Andre Cotting

Agnes und Andre Cotting
Mein Name ist Andre Cotting, 1958 in Bern geboren.
Nach der Schulzeit habe ich an diversen Orten, meist handwerklich gearbeitet um die verschiedenen Auslandreisen und eine Weiterbildungsschule zu finanzieren.
Am Kantonsspital Luzern machte ich die Ausbildung zum Krankenpfleger. In diesem Beruf arbeitete ich einige Jahre in Spitälern, einem Pflegeheim und zuletzt noch 3 Jahre in der Gemeindekrankenpflege (zu dieser Zeit im Umbruch zur modernen Spitex).
Zwischenzeitlich immer wieder in Teilzeitanstellungen, um meine Hobbys zum Beruf zu machen, war ich 4 Jahre im Velogeschäft und am Aufbau des ersten reinen Drachenladens in der Schweiz beteiligt.
Mit 25 Jahren hörte ich erstmals von Yamagishi.
Durch meine Kollegen motiviert nahm ich mit 26 Jahren am Tokkoh teil. Dazu veranlasst haben mich die praktische Umsetzung meiner Ideale wie: Frieden, Gerechtigkeit, menschliches Miteinander bei Yamagishi und die entschlossene Gelassenheit, das Leben herzhaft zu gestalten, wie ich es bei meinen Kollegen welche schon am Tokkoh waren, beobachten konnte.
Die in meiner Kindheit vermittelten und von meinen Eltern vorgelebten Werte wie: christl. Nächstenliebe, Freundschaft, Teilen, Dankbarkeit etc. oder das in der Jugendzeit oft gelesene „die Welt ist eins“,“ Mutter Erde“ usw. konnte ich am Tokkoh mit neuem Inhalt füllen. Es wurde für mich greif-und erlebbar, eben Worte, oder besser Tatsachen die ich mit Leib und Seele zu erfassen begann.
War ich doch bis zu diesem Zeitpunkt immer wieder ratlos bis verwirrt. Mein Umfeld inkl. mir, viel diskutierend und mit hohen ethischen Zielen, bis dann etwas kam was einem nicht passte oder jemand der einem unsympathisch erschien. Da wusste plötzlich niemand mehr wie praktisch mit Abneigung, Ärger und anderen trennenden Gedanken und Gefühlen umzugehen, plötzlich sah und empfand man die Welt nicht mehr als eins.
Denn praktisch gangbaren Weg sich nicht mehr abzutrennen habe ich am Tokkoh-Kurs erarbeitet oder besser gesagt aus mir hervor geholt. Seit dieser Zeit folge ich dem Motto welches auch mein Lebensziel ist: „Ich ein Teil der Natur werde ein Mensch, dessen Gedanken, Taten und Gefühle zum Gedeihen aller Lebewesen, der Sonne und der Erde beitragen.“
Was ich mit Freude feststelle, mit der Methode „Kensan“ welche ich am Tokkoh anwenden gelernt habe, kann ich immer wieder, die von mir fixierte Ideen und Beurteilungen loslassen und den Menschen oder die Sache mit meinem ganzen Ich betrachten.
1990 sind Agnes, meine Frau und ich, mit unseren Kindern, Caspar 4-jährig und Irene 2-jährig, für 2 Jahre nach Japan, als Praktikanten, in ein Yamagishi- Dorf gegangen. Es gäbe viel zu erzählen aus dieser Zeit, z.B. die immense Kraft welche entsteht wenn die Menschen miteinander machen was alles möglich wird für jedermann, vom Kindergarten über die Schule, das soziale Zusammenleben über die Forschung und vieles mehr was das menschl. Leben betrifft, bis hin zum Altersheim. Neben vielen Kindern hatte es auch alte Menschen welche schon 30 oder 50 Jahre in der Yamagishi–Dorfbewegung aktiv sind, so viele zufriedene alte Menschen habe ich vorher noch nie auf einmal angetroffen.
Wieder in der Schweiz wollten wir unbedingt an derYamagishi-Dorfaufbewegung (das freundliche Dorf wo kein Geld nötig ist) mitgestalten, einerseits um unsere Kinder in einer natürlichen Umgebung, mit vielen anderen Kindern zusammen, wachsen zu lassen, anderseits um selber zufrieden zu leben und mit möglichst vielen zufriedenen Menschen alt zu werden, um eine warmherzige Zukunft für alle unsere Kinder vorzubereiten.
Im Yamagishi-Dorf Schweiz habe ich viele verschiedene Arbeiten gemacht, Landwirtschaft, Molkerei, Bau etc. und sonst überall wo es eben nötig war und mich die anderen auch einsetzen wollten.
Seit ungefähr 6 Jahren bin ich nun hauptsächlich in der Y-Produkte Versorgung, das heisst ich fahre mit Lebensmittel von Haus zu Haus. Für mich ist es eine erfüllende Aufgabe möglichst vielen Eltern und Kindern Lebensmittel mit optimaler Vitalität bringen zu dürfen. Ich überprüfe immer wieder ob meine Haltung mit den Tatsachen möglichst übereinstimmen um das lebendige in den Nahrungsmittel zu unterstützen, damit die Lebenskraft in allen und allem hervordrängen kann.
Ich tue diese Arbeit mit dem Wunsch, dass alle Menschen, überall auf der Welt, gratis mit gesunden Nahrungsmittel das Leben geniessen können. Dies wird sich wahrscheinlich nicht in einer Generation bewerkstelligen lassen, aber wir, Sie und ich, können damit beginnen.


